Was passiert in der Elbgaustraße?

Ein Baustellenbericht

+++++ Aktualisierung 30.08.2026 +++++++

Die Arbeiten sind mittlerweile weit vorangeschritten: gearbeitet wird nur noch im Bereich zwischen der Einmündung Redingskamp und der S-Bahn-Unterführung. Zeit für eine neue Bestandsaufnahme.

Die Kreuzung Furtweg ist komplett fertiggestellt und markiert, mit roten Radfurten, die fahrbahnnah geführt werden. Dies entspricht dem Planungsstandard für Kreuzungen in Hamburg und sorgt für eine bessere Sichtbarkeit des Radverkehrs und weniger Konflikte mit dem Fußverkehr.

Leider ist die weitere Führung des Radverkehrs in Richtung S-Bahnstation nicht so geglückt: der Schutzstreifen endet am Bordstein des für den Radverkehr freigegebenen Gehwegs und lenkt Radfahrende gewissermaßen darauf. Dass die eigentlich vorgesehene Führung des Radverkehrs der Mischverkehr auf der Fahrbahn sein soll (denn auf dem Gehweg müssen sich Radfahrende unterordnen und Schrittgeschwindigkeit fahren!), wird hier weder den Rad- noch den Autofahrenden klar. Es scheint, als würde man in den Kfz-Verkehr einfädeln müssen, um weiter auf der Fahrbahn zu fahren – es ist zu befürchten, dass das die Nutzung der Fahrbahn weiter auf die (Wage-)Mutigen beschränken und dem Kfz-Verkehr deutlich mehr Platz bescheren wird als dem Fuß- und Radverkehr, der sich auf der knappen Nebenfläche tummeln muss.

Im weiteren Verlauf sieht die Elbgaustraße also weniger farbig aus, der Radverkehr hat optisch keinen Platz im Straßenraum. Der Gehweg ist nun immerhin gut gepflastert und breiter geworden – zumindest solange kein Abfuhrtag ist und die Mülltonnen im Weg stehen.

Weiterhin Großbaustelle ist der Bereich zwischen Redingskamp und der S-Bahnstation. Dabei ist aber schon zu sehen, dass künftig auch zwischen Redingskamp und Dammstraße auf der Nordseite Busse halten werden (oder zumindest im Falle eines Ersatzverkehrs halten könnten). Offenbar hat auch dort der Platz nicht gereicht, um den Radverkehr auf der Fahrbahn zu führen: in der Nebenfläche ist bereits das Radwegpflaster zu erkennen, Radfahrende werden künftig zwischen Gehweg und Wartebereich geführt. Erst kurz vor der Dammstraße wird der Radweg enden und Radfahrende auf die Fahrbahn und dort an den haltenden Bussen vorbeigeführt. In Richtung Eidelstedter Platz ist dasselbe Spiel zu erwarten. Dort gibt es dann erst kurz vor der Einmündung Mesterfeld die schon bei unserem ersten Bericht zu erkennende Ableitung auf die Fahrbahn – diese ist zwar mittlerweile rot eingefärbt, aber auch hier muss der Radverkehr scheinbar in die Kfz-Spur einfädeln, was die oben beschriebenen Folgen haben dürfte.

Fährt man weiter Richtung Lurup, ist das Phänomen der für den Radverkehr freigegebenen Gehwege auch im Unterführungsbereich zu beobachten – hier allerdings muss der Planung zugute gehalten werden, dass die Brückenbauwerke keinen Spielraum für andere Radverkehrsführungen gelassen haben. Und dann, ja dann erreicht man das Radparadies – naja, fast und nicht sofort. Direkt hinter der Unterführung wird man wieder auf einen Radweg in der Nebenfläche geleitet, bei dem zunächst die Zweirichtungsführung und auch die Radwegebenutzungspflicht irritieren, denn er verläuft hinter der dortigen Bushaltestelle mit den bekannten Problemsituationen. Immerhin aber mit ordentlichen Breiten sowohl für den Rad- als auch für den Gehweg.

Einen Zweirichtungsradweg gibt es auch auf der Ostseite – und die Begründung dafür ist schon einige Jahre alt: die Machbarkeitsstudie für den Radschnellweg – heute Radroute Plus – Elmshorn-Hamburg ergab eine Routenführung, die in diesem Bereich die Elbgaustraße kreuzt: aus Richtung Nordwesten kommt die Radroute über die Fußwegverlängerung des Friedrichshulder Wegs an, aus Richtung Südosten durch durch die Kleingarten-/Parkanlage zum Goethe-Gymnasium (hier kann man die komplette Machbarkeitsstudie finden und hier auf Seite 8 den entsprechenden Maßnahmensteckbrief). Zur Querung der Elbgaustraße gibt es dann auch eine neue Ampelanlage nur für den Fuß- und Radverkehr – die von beiden Seiten eben über großzügig angelegte Zweirichtungsradwege angesteuert werden kann.

Apropos großzügig: jenseits des Bereichs rund um die Einmündung der Spreestraße wird die Elbgaustraße dann wirklich zum Radparadies: hier dominieren sehr breite Radwege auf beiden Seiten das Bild, die zudem kaum Konflikte mit dem Fußverkehr befürchten lassen, da es wenig Anlass gibt, den daneben (oder teilweise sogar hinter einem Grünstreifen) liegenden und ebenfalls auskömmlich breiten Gehweg zu verlassen. Hier kann man entspannt und schnell vorankommen, und auch die dazwischen liegende Kreuzung Lüttkamp/Langbargheide ist mit roten Aufstellbereichen und eigenen Radampeln als sehr radfreundlich zu bezeichnen.

Der Spaß endet dann erst an der Kreuzung zum Farnhornweg, dahinter geht es auf den bisherigen Radwegen weiter. Immerhin ist auch diese Kreuzung selbst mit Radampeln und roten Furten ausgestattet worden, sodass auch hier die Sichtbarkeit des Radverkehrs deutlich zugenommen hat – die Grünzeiten aber sind immer noch deutlich Kfz-lastig…

Fazit: Nach langen Monaten mit teilweise anstrengenden, absurden oder gar gefährlichen Umleitungen und Baustellensituationen können sich Radfahrende nun insbesondere im Luruper Teil der Elbgaustraße über sehr gelungene Radverkehrsanlagen freuen. Im Eidelstedter Bereich ist noch nicht alles fertig und (leider) sind die Bedingungen für den Radverkehr dort nur etwa besser geworden als vorher. Es obliegt den Radfahrenden, sich auch diesen Raum durch konsequente Nutzung der Fahrbahn anzueignen und die eigenen Ansprüche gegenüber dem Kfz-Verkehr zu behaupten.

+++++ Stand 19.10.2025 ++++++++++++++

Alle Fotos: EidelRad, 19.10.2025

Seit Mai 2025 ist die Elbgaustraße voller Baufahrzeuge. Damit ist diese wichtige Verbindung des Eidelstedter Zentrums zur S-Bahnhaltestelle Elbgaustraße und darüber hinaus nach Lurup von wechselnden Einschränkungen und einer fortwährenden Einbahnstraßenregelung geprägt. Sie stellt so ein großes Nadelöhr für den täglichen Verkehr dar, sei es per Auto, per Bus oder auch per Rad und zu Fuß…

Warum wird in der Elbgaustraße gebaut?

Anlass der Überplanung war ursprünglich der Ausbau der sog. Veloroute 14, die im Hamburger Veloroutennetz eine Ringroute darstellte und äußere Stadtteile miteinander verband, so auch Eidelstedt mit Nachbarstadtteilen wie Schnelsen oder Lurup. Mittlerweile ist das Hamburger Radroutennetz überarbeitet worden und die Veloroute 14 wird nun als Radroute 19 (von Eidelstedt Richtung Osten) sowie Radroute 18 (von Eidelstedt nach Westen) weitergeführt. Somit ist die Elbgaustraße nun Teil der Radroute 18. Unabhängig von diesen Bezeichnungen sind die Planungen zu ihrem Umbau unterdessen weitergelaufen, abgeschlossen und werden nun umgesetzt! Neben dem Ausbau als Radroute sind die Grundinstandsetzung der Fahrbahn und der Gehwege sowie die Erneuerung vieler Leitungen Anlass der Überplanung.

Die Pläne zum Umbau der Elbgaustraße findet ihr hier. Dort stellt der zuständige Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) auch laufend Infos zum aktuellen Bauablauf ein.

Und was passiert nun genau für den Rad- und Fußverkehr?

Mittlerweile ist der Umbau auf beiden Seiten der S-Bahn vorangeschritten. Und es werden erste Einzelheiten sichtbar.

Die Einmündung Furtweg ist schon weitgehend fertig. Radfahrende werden aus Richtung S-Bahn kommend auf einem Radfahrstreifen und damit auf Fahrbahnniveau über die Ampel geführt, dahinter beginnt in gerader Linie die Aufleitung auf den Radweg. Die kurvige

Führung und das Umkurven von Zufußgehenden sind damit Vergangenheit!

Der Gehweg auf der Südseite ist ebenfalls bereits fertiggestellt. Auf der Nordseite ist er größten-teils im Bau. Er ist breiter als vorher, dafür fehlt der zumindest auf der Südseite früher vor-handene Radweg. Offenbar gab es keine Möglichkeit, hier Fläche von den privaten Grundstücken

zu erwerben und damit den Straßenraum insgesamt zu erweitern. Daher sieht die Planung vor, dass Radfahrende die Fahrbahn nutzen. Inwiefern sich dies einbürgert und von den Autofahrenden auch akzeptiert wird, wird sich zeigen. Diejenigen, die sich das nicht zumuten wollen, dürfen weiterhin den etwas verbreiterten Gehweg mitnutzen (Beschilderung „Radfahrer frei“), aber hier gilt Rücksichtnahme auf Zufußgehende und Schritttempo. Insbesondere für schnelle Radfahrende sicherlich keine gute Lösung.

Die Ableitung für den Radverkehr aus Richtung S-Bahn kommend ist auch schon fertig. Jenseits des Redingskamp fehlt die Gesamtbreite, um den Radweg weiterzuführen. Allerdings wird auch hier bei den Radfahrenden Mut gefragt sein, sich vor/neben

den Autos einzufädeln und auf der Fahrbahn weiter zu fahren, auch wenn von hinten gedrängelt und mutmaßlich geflucht wird…

Es wird an einigen Stellen sichtbar, dass der Fußverkehr deutlich mehr Platz bekommt als vorher. Die Einmündung in den Redingskamp sieht schon weniger autogerecht aus…! In den Bereich an der S-Bahn-station ist die Baumaßnahme noch nicht vorgedrungen. Die

Planung zeigt im Bereich der Bushaltestellen auf Eidelstedter Seite die Anlage von Radfahrstreifen auf der Fahrbahnseite – das Drängeln durch die wartenden Fahrgäste wird also bald vorbei sein!
Durch den Tunnel gibt es aber wohl wieder die Lösung des freigegebenen Gehwegs, und die Pläne lassen erahnen, dass Radfahrende sogar dorthin geleitet werden und aktiv auf die Fahrbahn lenken müssen, um das zu umgehen. Auch hier sind Konflikte mit dem Autoverkehr absehbar und ein dickes Fell nötig…

Auf Luruper Seite sind die Bauarbeiten wieder in vollem Gange. In Richtung Westen lässt sich der neue Radweg im Bau-stellenbereich schon erahnen. Hier ist die Nebenfläche deutlich erweitert worden und der Radweg weist die stolze Breite von 2,50m auf – ein im äußeren

Stadtgebiet ungeahnter Komfort für Radfahrende! Laut Planung wird dies künftig auch auf der anderen Straßenseite der Fall sein, im Bereich rund um die Elbgaupassagen sind teilweise sogar 4,00m breite Zweirichtungsradwege vorgesehen – der Radschnellweg nach Elmshorn lässt grüßen!

Jenseits der Kreuzung Langbargheide/Lüttkamp ist wiederum die Nebenfläche Richtung S-Bahn weitgehend fertig. Hier kann man den neuen, 2,50m breiten und vom Gehweg durch einen Grünstreifen getrennten Radweg bereits befahren. Ein großes Vergnügen!

Wir melden uns bald wieder und berichten über die nächsten Schritte dieser Baumaßnahme!